Literaturklub: Mein marokkanischer Roadtrip am 14. Oktober 2019

Im Alleingang und ohne nennenswertes Budget reist Miriam Spies mitten im Winter durch Marokko. Ob per Anhalter, im Nachtbus oder zu Fuß – die Reiseleitung überlässt sie dabei dem Zufall. Und so trifft sie auf Westsahara-Veteranen, erzählfreudige Bettler, englische Damen und jede Menge Geister der Vergangenheit. Mal übernachtet sie in einer Studenten-WG, mal bei einer traditionellen marokkanischen Familie und mal im Backpacker-Hostel. Augenzwinkernd und mit großer Zuneigung für Marokko stellt Miriam Spies den Lobliedern der alten Reiseliteraten die Wünsche und Träume der jungen Generation gegenüber und entwirft so ein mythisches Bild des winterlichen Marokko zwischen Grunge und Grandezza. Heute stellt sie ihr Buch Im Land der kaputten Uhren im Literaturklub vor. Moderation: Adrian Kasnitz
*
„Okay, für meine Ohren klang der Reiseplan haarsträubend. Aber er war liebevoll von einem marokkanischen Freund ausgearbeitet worden, und so notierte ich ihn minutiös in meinem Kalender. Die deutsche Art von minutiös, die von der absoluten Verbindlichkeit dieser Angaben ausgeht.

»Hey, sweety«, schrieb er kurz vor meinem Abflug, als wollte er damit meinen Kalendereintrag kommentieren,»travel the Moroccan way ;)«, und ich wusste genau, was er damit sagen wollte: Nimm’s mit einem Lächeln, wenn alles anders kommt. Simple enough und doch äußerst sachdienlich, wenn man durch Marokko reist.“

Miriam Spies, Jahrgang 1982, studierte Germanistik, Buchwissenschaft und Kulturanthropologie in Mainz und Berlin. Sie lebt, liest, denkt und schreibt in Mainz, sofern sie nicht gerade durch die Republik tingelt, um auf Bühnen zu sitzen, literarische Psychogramme über die Gattung Mensch zu erstellen oder in Zügen, Bussen oder von Barhockern aus schreibend Welt zu verdichten. 2014 reiste sie zum ersten Mal auf den Spuren der Beatgeneration nach Tanger. Seitdem war sie jedes Jahr mindestens einmal dort. Im Land der kaputten Uhren erschien bei Conbooks, Neuss 2019.

Termin: 14. Oktober 2019, 20 Uhr
Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln
Eintritt: 6,- €
Foto_Miriam Spies_von Sabrina Albers_web
Miriam Spies. Foto: (c) Sabrina Albers

Literaturklub: Artur Becker am 17. September 2019

Zum Saisonauftakt haben wir den deutsch-polnischen Schriftsteller Artur Becker zu Gast im Literaturklub. Seine Romane, Essays und Gedichte entführen in die Wälder Masurens, die niedersächsische Tiefebene oder auf Venedigs schwankende Gondeln. Auf der nie endenden Suche nach Schönheit und Liebe in dieser vertrackten Welt istsich Becker immer um die schwierige Geschichte bewusst, die unter unseren Füßen liegt. Becker liest aus dem Gedichtband „Bartel und Gustabalda“ (parasitenpresse 2019) und andere Texte. Moderation: Adrian Kasnitz.

Artur Becker, geb. 1968 in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Becker schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Essays. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Drang nach Osten bei weissbooks.w, wo viele seiner Romane und Essays erschienen sind. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit demAdalbert-von-Chamisso-Preis und dem Dialog-Preis. In der parasitenpresse erscheint jetzt der Gedichtband „Bartel und Gustabalda“.

 

Termin: 17. September 2019, 20 Uhr
Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln
Eintritt: 6,- €
Gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln
67490431_10162139626995261_7377091232687718400_o
Artur Becker. (c) Anya Schutzbach

STK Kulturamt RGB

Sommerpause

Wir sind jetzt in der Sommerpause, feilen am neuen Programm und starten am Dienstag, 17. September 2019 mit einer Lesung des deutsch-polnischen Schriftstellers Artur Becker in die neue Saison. Kurz vorher, am 6./7. September findet zum ersten Mal das Europäische Literaturfestival Köln Kalk statt mit acht internationalen Autor*innen, das wir wärmstens empfehlen.

 

Literaturklub: Mai-Kalendarium am 13. Mai 2019

Lesung und Konzert mit Adrian Kasnitz und Hanna Schörken
*
Der Literaturklub-Gastgeber und Dichter Adrian Kasnitz schreibt seit einigen Jahren einen umfassenden poetischen Zyklus für jeden Tag des Jahres. Jährlich erscheint ein neuer Monats-Band, diesmal das Kalendarium #5 mit den Gedichten für den Mai. Adrian Kasnitz stellt das Langzeitprojekt vor uns liest die neuesten Texte. Musikalisch begleitet wird er von der Kölner Sängerin und Improvisatorin Hanna Schörken, die die natürlichen Effekte und Möglichkeiten ihrer Stimme auslotet.
*
Adrian Kasnitz lebt als Schriftsteller, Herausgeber und Veranstalter in Köln. Er veröffentlichte zuletzt die Gedichtbände ‚Kalendarium #1 bis #4“ (2015-2018), ‚Glückliche Niederlagen‘ (2016) und den Roman ‚Bessermann‘ (2017). Außerdem übersetzte er Gedichte aus dem Griechischen ‚Kleine Tiere zum Schlachten‘ (2018). Für seine Texte wurde er u.a. mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium und dem GWK.Förderpreis Literatur ausgezeichnet. www.adriankasnitz.de
*
Hanna Schörken (*1985) lebt und arbeitet als Sängerin und Improvisatorin in Köln. In ihren Solo Performances erkundet Hanna Schörken die natürlichen Effekte und Möglichkeiten ihrer Stimme. Hanna untersucht das Klangspektrum ihrer Stimme, indem sie emotionale Klangskizzen zeichnet. Die Stimme wird als Kommunikationsträgerin und Ausdrucksmittel einer inneren, emotionalen Klanglandschaft gesehen. Dadurch werden ‚voice paintings‘ geschaffen, die die Grenzen von Geräusch, Wort und Klang ausloten. www.hannaschoerken.de
*
Termin: 13. Mai 2019, 20 Uhr
Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln
Eintritt: 6,- €

Literaturklub: Künstliche Tölpel am 10. April 2019

Drei Gedichtbände hat der Bonner Schriftsteller Dominik Dombrowski bereits veröffentlicht, dazwischen immer wieder auch Kurzgeschichten geschrieben. Mit der Erzählung Künstliche Tölpel erscheint aber erst jetzt sein Prosadebüt in der parasitenpresse. Darin bricht Laszlo seinen Urlaub auf Korfu ab, kehrt an den Rhein zurück, wo er sich in einen Stein verwandelt. Dombrowskis Text ist eine Reflexion über Sein und Zeit in einer beschleunigten Welt. Moderation: Adrian Kasnitz

***

Dominik Dombrowski, geb. 1964 in Waco, Texas/USA. Lebt in Bonn. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaften. Seit 2013 veröffentlichte er die drei Lyrikbände „Finissage“, „Fremdbestäubung“ (parasitenpresse) und „Fermaten“ (edition Azur). Er wurde mit diversen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem zweiten Preis beim Lyrikpreis München und dem Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Edenkoben (2015). Künstliche Tölpel erscheint im März 2019 in der parasitenpresse.

Termin: Mittwoch, 10. April 2019, 20 Uhr

Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln

Eintritt: 6,- €

IMG_9418[1]
Dominik Dombrowski. Foto: (c) Dirk Skiba

Literaturklub: Angst und Ausbruch am 11. März 2019

Im Sommer 2017 erhält die Musikerin Mira Mann (München) eine beängstigende Diagnose. Im Krankenhaus beginnt sie ein poetisches Tagebuch über die ersten zwei Wochen mit diesem Wissen. „Ich will meine Angst nicht verstecken“, schreibt sie über diese Zeit. Der Kölner Autor Thomas Empl sucht oft in seinen Texten nach Schönheit im Traurigen, dem Ausbruch aus Abhängigkeiten und einer Sprache für (und gegen) Gewalt.

Moderation: Adrian Kasnitz

Mira Mann ist Bassistin und Sängerin der Band candelilla, macht die Sendung Text + Musik für Radio 80000 und ist Herausgeberin des pdf-Magazins Ultra Soft. Sie schreibt für Das Wetter, Tegel Media und die Süddeutsche Zeitung. Der Band Gedichte der Angst (parasitenpresse 2019) ist ihre erste eigenständige Publikantion. Sie lebt und arbeitet in München.

Thomas Empl, geboren 1991 in München, lebt und arbeitet in Köln. Seit Oktober 2017 studiert er postgradual den neuen Studienschwerpunkt Literarisches Schreiben an der Kunsthochschule für Medien Köln. Er ist Co-Organisator der Veranstaltungsreihe Der Literarische Salon von Navid Kermani und Guy Helminger am Stadtgarten Köln sowie Co-Herausgeber der Anthologie des Literarischen Schreibens der KHM, Kurze.

Termin: 11. März 2019, 20 Uhr

Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln

Eintritt: 6,- €

 

STK Kulturamt RGB

Literaturklub: In Kleinigkeiten bedeutend am 11. Februar 2019

In Kleinigkeiten bedeutend – Diesem Motto folgend haben sich Studierende des neuen Schreib-Studiengangs der Uni Köln ein Semester lang in der literarischen Verknappung versucht und sich jedes einzelne Wort sorgsam vom Munde abgespart. Das Ergebnis sind Kürzestgeschichten, Mikroessays und Prosagedichte, in denen sich das Größte im Kleinsten spiegelt. Hier wird aus dem Elefanten eine Fliege gemacht, das Liebesdrama beschränkt sich auf ein Register des Nötigsten und das Heilige kulminiert in einem einzelnen Staubkorn im Kölner Dom.

Es lesen: Marie Bönnen, Ingo Eisenbeiß, Tamina Gatzke, Josephine Güntner, Niklas Imhof, Lisa James, Lotte Löhausen, Nora Schmitt, Anna Westkämper, Antonia Wintersig und Janina Wölk.

Durch den Abend führen Bastian Schneider und Adrian Kasnitz

Termin: 11. Februar 2019, 20 Uhr

Ort: Theater die wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln

Eintritt: 6,- €

48376355_10161276119175261_6548942437606227968_o
Foto: (c) Bastian Schneider