Literaturklub am 13. Januar 2014

Literatur als Lebensrettung: Das fremde Meer mit Katharina Hartwell

»Katharina Hartwells Roman ist eine atemberaubend sicher erzählte Verwirbelung der klassischen Motive der Literatur: Liebe, Angst und Tod. Berührend einfach, grandios komponiert, von sprühender Intensität. Ich bin berauscht«, sagt Antje Rávic Strubel. Zum Jahresauftakt am 13. Januar ist die Leipziger Schriftstellerin zu Gast im Literaturklub.

 

Moderation: Christoph Ohrem

Termin: 13. Januar 2014, 20 Uhr

Ort: Die Wohngemeinschaft, Richard-Wagner-Str. 39, Köln

Eintritt: 5,- €

© Lisa Rank
© Lisa Rank

„Das fremde Meer“  von Katharina Hartwell ist ein faszinierender Roman über das Erzählen und eine große Liebe

Eine Geschichte zehnmal zu erzählen – und das in einem Buch. Kann das gutgehen? Im Fall von Katharina Hartwells Debütroman lautet die einhellige Antwort von Lesern und Kritik: Ja. „Das fremde Meer“ gehört zu den positiven literarischen Überraschungen von 2013. In stets neuen Anläufen schildert Hartwell die Geschichte von Marie und Jan. Ein Roman über das Erzählen selbst, über das Fassen von allen möglichen Welten in einem Buch.

Zum Inhalt: Marie will Jan, der sich in Gefahr befindet, literarisch retten, wenn ihr sonst schon nichts bleibt. Also beginnt sie zu erzählen: Mal ein Märchen, mal Science-Fiction, mal eine magische Novelle. Die Grundthemen bleiben aber stets dieselben: Gefährdungen, Untergänge und Todesängste. Gleichzeitig sind die Geschichten durchdrungen von der Sehnsucht, dieses Leid hinter sich zu lassen.

Du hörst jetzt die erste Geschichte. Du musst die Augen nicht öffnen, musst dich nicht bewegen, musst nicht mit dem Kopf nicken und ihn auch nicht schütteln. Heute Nacht nehme ich dich mit auf eine Reise, auf hundert Reisen nehme ich dich mit, und vielleicht sind wir dorthin unterwegs, wo du noch nie hinwolltest, wo keiner zu Hause sein möchte. Mach dir keine Sorgen, halte still, halte dich gerade, halte Ausschau, warte, bis sich eine Tür öffnet, jemand den Raum betritt, jemand deinen Namen sagt, jemand durch die Fluten, durch den Wald, durch die Straßen, durch die Nacht zu dir kommt und dich findet in der Stadt, die nie dieselbe bleibt, in dem Wald, in dem es immer schneit, in den Kellern der Kliniken und Fabriken, hoch über den Wolken und an der tiefsten Stelle des Meeres.“ (Aus: Das fremde Meer)

Hartwell wechselt virtuos die Genres und Töne, als hätte die junge Autorin (Jahrgang 1984) ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Mit diesem Roman widerlegt sie, dass der Besuch von Literaturinstituten, sie studiert derzeit in Leipzig, zu einem literarischen Einheitsbrei führt. Sie hat sich als originelle und virtuose Erzählerin mit ihrem Debütroman auf der Bühne des Literaturbetriebs vorgestellt. Auf der Bühne des Theaters die Wohngemeinschaft wird sie aus ihrem Roman lesen – und uns verraten, woher sie den Mut genommen hat, ein so unkonventionelles Buch zu schreiben.

 

Katharina Hartwell wurde 1984 in Köln geboren. In Frankfurt am Main studierte sie Anglistik, Amerikanistik und das interdisziplinäre Zusatzstudium Gender Studies. Zurzeit besucht sie das Deutsche Literaturinstitut Leipzig.

2009 gewann sie den MDR-Kurzgeschichtenpreis. 2006 war sie Preisträgerin des Wettbewerbes „Junges Literaturforum Hessen-Thüringen“. Als Finalistin beim Open-Mike 2010 erhielt sie eine lobende Erwähnung. Für 2013 erhielt sie die Auszeichnung der Sylter Inselschreiberin.

2011 erschien ihr Kurzgeschichtenband „Im Eislusftballon“ bei Poetenladen. 2013 folgte ihr Romandebüt „Das fremde Meer“ im Berlin Verlag.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s